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Bogenschießen: Gefahr und Nutzen

Bogenschießen? Ist das nicht viel zu gefährlich?

Dass ein Außenstehender bei dem Wort Bogenschießen sofort „Waffe“ und „Gefahr“ assoziiert, ist verständlich, es entspricht aber nicht der Realität. Wer das Bogenschießen aus eigener Anschauung kennt, weiß: Bei entsprechender Aufsicht und Unterweisung ist das Bogenschießen mit einem denkbar geringen Risiko behaftet.

Nach Erhebungen in den USA liegt das Verletzungsrisiko beim Bogenschießen auf dem Niveau von Wandern und Angeln, während es bei den üblichen Ballsportarten bis zu 25fach höher ist. Bei meiner letzten Recherche über sportartspezifische Unfallzahlen taucht es deshalb auch in keiner Statistik auf.

Allein die Tatsache, dass das Bogenschießen im pädagogischen und therapeutischen Einsatz geradezu einen Boom erlebt, und dass von allen Beteiligten nur ausgesprochen positive Resonanz kommt, spricht für sich. Gerade auch in der Kinder- und Jugendarbeit und an Schulen wird das Bogenschießen vermehrt praktiziert, sogar mit verhaltensauffälligen und mit geistig behinderten Kindern wird sehr erfolgreich gearbeitet. Wenn öffentliche Einrichtungen und Institute und ausgebildete Therapeuten und Pädagogen das Bogenschießen erfolgreich einsetzen, kann man sicher sein, dass das Gefährdungspotential minimal, der Nutzen aber offensichtlich ist.

In einer Forschungsarbeit in 2012 wurde bestätigt, dass das Bogenschießen die positive Entwicklung der Kinder fördert. Auch über das Beschießen von 3D-Tiernachbildungen muss man sich keine Sorgen machen. Dagegen wurden die vielfältigen gesundheitlichen, sozialen und psychisch-kognitiven Wirkungen und das bewusstere Umweltverhalten positiv vermerkt.

Natürlich kann Bogenschießen ernsthafte Verletzungen hervorrufen. In der Praxis ist es aber immer der Schütze selbst, der verletzt wird, weil sein Pfeil beschädigt war. Und auch dem ist mit einer konsequenten Pfeilkontrolle einfache Abhilfe zu schaffen.